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Selbstliebe und Selbstwert

Wenn eine Rückmeldung deinen ganzen Tag bestimmt

lucian · 16.09.2026 · 2 Min. Lesezeit

Du liest eine kritische Rückmeldung und bemerkst später, dass sie auch beim Essen und im Gespräch noch mitläuft. Vielleicht stimmt ein Teil der Kritik. Vielleicht war sie unfair. Bevor du daraus eine Aussage über deinen ganzen Wert machst, kannst du versuchen, die Rückmeldung in bearbeitbare Teile zu zerlegen.

Was wurde tatsächlich gesagt?

Notiere den konkreten Satz, nicht nur den Eindruck „alles schlecht“. Welche Stelle deiner Arbeit betrifft er? Ist eine Anforderung erkennbar, oder fehlt dir eine Erklärung? Bei einer unklaren Rückmeldung wäre eine Nachfrage wie „Welche Angabe fehlt dir im zweiten Abschnitt?“ genauer als der Versuch, sofort noch härter zu arbeiten.

Wenn ein Fehler klar ist, wähle einen überschaubaren Reparaturschritt. Wenn du gerade zu aufgewühlt bist, kann die Antwort auch warten, sofern keine Frist dagegensteht. Eine Pause ist kein Beweis, dass du Kritik nicht verträgst.

Die Grenze der kleinen Übung

Das Aufteilen garantiert nicht, dass du dich danach besser fühlst. Bei wiederholter Demütigung geht es außerdem nicht nur um deine innere Reaktion; dann können Dokumentation und Unterstützung wichtiger sein. Und wenn Selbstabwertung dauerhaft belastet, muss dieser Text keine ausreichende Hilfe sein.

Der verwandte Beitrag Leistung bewerten, ohne Menschen abzuwerten erklärt die Grenze zwischen einem sachlichen Anspruch und einem Urteil über die ganze Person. Hier genügt zunächst: Was ist mein nächster prüfbarer Schritt – und was muss ich aus diesem Kommentar gerade nicht über mich folgern?

Redaktionelle Überarbeitung · 16. Oktober 2026: Vom wiederholten Wert-Aphorismus zur konkreten Bearbeitung von Kritik geändert; keine garantierte Gefühlsänderung versprochen.