Kaum entsteht eine Pause, greifen wir zum Handy. Die Warteschlange oder die zwei Minuten vor dem Termin werden gefüllt, statt ausgehalten. Dabei ist Langeweile kein Fehler, sondern ein Zustand, den dein Gehirn braucht. Im Leerlauf sortiert es Eindrücke und lässt Gedanken auftauchen.
Wer ständig Reize nachlegt, verhindert genau diese Arbeit. Die besten Einfälle kommen selten in der konzentrierten Sitzung, sondern beim Spaziergang oder unter der Dusche. Diese Momente entstehen nur, wenn du dem Drang widerstehst, jede Lücke sofort zu schließen.
Übe, den Impuls zu bemerken, ohne ihm sofort zu folgen. Lass das Handy in der Tasche und halte die Wartezeit aus. Anfangs fühlt sich das unruhig an. Dieses Unbehagen zeigt, wie sehr du an Ablenkung gewöhnt bist, und es legt sich mit der Zeit.
Beginne mit wenigen Minuten am Tag, in denen du nichts konsumierst und nichts prüfst. Ein kurzer Gang ohne Podcast, eine Tasse Tee ohne Bildschirm. Was leer wirkt, füllt sich bald mit Gedanken.