Ein Nein tut weh, egal ob vom Arbeitgeber, einer Freundin oder einer geliebten Person. Schnell wird aus dem Schmerz ein Urteil über dich: Ich bin nicht genug, ich werde nie gewählt. Diese Deutung ist verständlich und doch ein Irrtum.
Eine Ablehnung sagt selten etwas über deinen Wert aus, sondern über die Lage und Grenzen des anderen. Dass jemand anders entscheidet, heißt nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Enttäuschung und dein unangetasteter Wert dürfen gleichzeitig gelten.
Achte darauf, wie du ein Nein deutest: Sagst du Ich wurde abgelehnt oder Ich bin abgelehnt? Das eine beschreibt ein Ereignis, das andere macht eine Identität daraus. Halte beides auseinander, dann bleibt der Schmerz, aber die Scham verschwindet.
Dein Selbstwert braucht keine Zustimmung von außen. Er steht dir zu, unabhängig davon, wer dich wählt. Wer das verinnerlicht, kann ein Nein annehmen, ohne daran zu zerbrechen, und bleibt offen für die Menschen, die ihn wirklich sehen.