Achtsamkeit und Meditation
Eine Schublade öffnen, ohne jede Erinnerung weiterzuverfolgen
Du suchst eine Büroklammer und findest alte Eintrittskarten, einen Brief und ein Foto. Bald sitzt du zwischen Erinnerungen, obwohl du nur kurz etwas holen wolltest. Achtsamkeit kann hier bedeuten, die Wirkung der Fundstücke zu bemerken und trotzdem eine Grenze zu setzen.
Lege zuerst den gesuchten Gegenstand bereit. Wähle dann höchstens ein Erinnerungsstück, das du gerade ansehen möchtest. Spüre, ob dabei Freude, Traurigkeit oder Unruhe auftaucht, ohne sofort die gesamte damalige Geschichte erzählen oder eine Entscheidung über das Aufbewahren treffen zu müssen.
Lege die übrigen Fundstücke gesammelt zurück oder in eine dafür vorgesehene Mappe. Beim Umgang mit aufkommenden Gefühlen kann Starke Gefühle begleiten: Meditation als Anker in unruhigen Zeiten ergänzen. Falls ein Stück dich stark aufwühlt, musst du nicht dabei bleiben; schließe die Schublade und wende dich etwas Vertrautem zu.
Du kannst später bewusst Zeit für die Erinnerungen einplanen, wenn du das möchtest. Ein unerwarteter Fund verpflichtet dich weder zum Aussortieren noch zur inneren Aufarbeitung. Für heute reicht möglicherweise, wahrgenommen zu haben, dass ein unscheinbarer Gegenstand mehr auslöst als erwartet.