Die meisten Meditationen nutzen den Atem oder den Körper als Anker. Doch es gibt einen weiteren Weg in die Gegenwart: dein Gehör. Geräusche sind immer da, ob Verkehr, Stimmen oder das Summen des Kühlschranks. Statt sie auszublenden, kannst du sie bewusst wahrnehmen.
Setz dich an einen ruhigen Ort, schließe die Augen. Richte deine Aufmerksamkeit auf das Hören selbst. Nimm wahr, welche Geräusche kommen und gehen, ohne sie zu bewerten. Das Hupen draußen ist ein Ton, der auftaucht und verschwindet.
Diese Übung hat einen Vorteil: Du musst nichts kontrollieren. Der Atem lässt sich beobachten, aber auch beeinflussen, die Geräusche nicht. Sie kommen und gehen von selbst. Du übst, das Kommen und Gehen wahrzunehmen, ohne einzugreifen.
Probiere es anfangs ein paar Minuten, etwa morgens am offenen Fenster oder in der Bahn. Mit der Zeit entdeckst du, dass jeder Moment voller Klang ist und du nur hinzuhören brauchst. Dein Gehör wird zum Anker, der dich dorthin zurückholt, wo du gerade bist.