Die meisten Probleme sehen anders aus, je nachdem, von wo man auf sie schaut. Wer feststeckt, tut gut daran, den Standpunkt zu wechseln, statt immer härter in dieselbe Richtung zu denken.
Eine einfache Übung ist der Rollentausch: Wie würde ein kluger Freund deine Lage beurteilen? Was würde eine Person, die du bewunderst, an deiner Stelle tun? Schon diese Verschiebung holt dich aus der Enge der vertrauten Gedanken.
Auch der zeitliche Abstand hilft. Wer sich fragt, wie er in zehn Jahren auf das heutige Problem zurückblicken würde, erkennt oft, wie klein manche Hürde im größeren Bild ist.
Geübt wird der Perspektivwechsel im Alltag: im Streit die Sicht des anderen einnehmen, bei einer Entscheidung den Standpunkt eines Kunden durchspielen, beim Lesen ein Buch wählen, das der eigenen Meinung widerspricht. Wer viele Blickwinkel kennt, entscheidet klüger.