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Selbstliebe und Selbstwert

Du betreust deine Mutter: Warum „gerade nichts machen“ nicht stimmt

lucian · 24.09.2026 · 1 Min. Lesezeit

Im Treppenhaus fragt ein Nachbar, was du derzeit machst. Du sagst, du seist gerade nicht berufstätig und machtest eigentlich nichts. Dabei hast du morgens deine Mutter gewaschen, ihre Termine abgestimmt und auf den Lieferdienst gewartet. Erst später fällt dir auf, wie du das verschwiegen hast.

Probiere eine sachliche Beschreibung: Du betreust momentan deine Mutter und bist deshalb nicht erwerbstätig. Damit benennst du deinen Alltag, ohne ihn als Ausnahme entschuldigen zu müssen. Private Einzelheiten über deine Mutter kannst du weglassen. Sie gehören nicht in jedes Gespräch im Treppenhaus.

Wenn du schwer erkennen kannst, wohin die Stunden gehen, notiere typische Tätigkeiten eines Tages. Verwende die Liste zur Orientierung, nicht als Leistungsnachweis. Den Wert jenseits solcher Nachweise behandelt Selbstwert jenseits von Leistung: Wertvoll sein ohne etwas leisten zu müssen. Auch an Tagen mit weniger sichtbaren Aufgaben brauchst du deinen Wert nicht zu belegen.

Beim nächsten Gespräch darf Betreuung vorkommen, ohne dass sie deine einzige Beschreibung wird. Vielleicht möchtest du anschließend von einem Film erzählen oder nach dem Garten des Nachbarn fragen. Du kannst anschließend über etwas anderes als Verantwortung sprechen.