Nach Fehlern sanfter mit dir sein: Selbstmitgefühl statt Selbstvorwurf

Ein Fehler kann uns tagelang beschäftigen, während die Situation längst vorbei ist. Wir spulen die Szene im Kopf ab und bestrafen uns mit Vorwürfen, die niemand sonst erhebt. Selbstmitgefühl heißt nicht, Fehler schönzureden, sondern dich zu behandeln wie einen Menschen, der sich gerade verletzt fühlt.

Benenne zuerst sachlich, was passiert ist: ‚Ich habe den Termin vergessen‘ statt ‚Ich bin völlig unzuverlässig.‘ Präzise Sprache nimmt dem Vorfall das Dramatische und macht ihn einordbar.

Erinnere dich dann, dass Fehler zum Menschsein gehören. Frage dich, was du einem guten Freund in derselben Lage sagen würdest, und sprich diese Worte zu dir selbst. Freundliche Sätze wirken auch, wenn sie sich anfangs fremd anfühlen.

Zum Schluss hilft eine kleine Geste: Lege für einen Moment eine Hand auf deine Brust. Sie beruhigt dein Nervensystem und durchbricht die Spirale aus Grübeln und Selbstvorwurf. Aus dieser Haltung fällt es leichter zu überlegen, was du beim nächsten Mal anders machst.

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