Eine Flamme hat etwas Beruhigendes. Die Kerzenmeditation nutzt diesen Effekt: Du richtest deinen Blick auf eine brennende Kerze und lässt alles andere in den Hintergrund treten. Sie hilft, wenn du schwer abschalten kannst, weil dein Geist einen sichtbaren Ruhepunkt bekommt.
Stelle die Kerze etwa eine Armlänge entfernt auf Augenhöhe auf und dimme das Licht. Setz dich bequem hin und betrachte die Flamme ruhig. Erlaube deinem Blick, weich zu werden, und nimm die Bewegung der Flamme wahr, ihre Farben, ihr Flackern.
Wenn Gedanken abschweifen, ist das in Ordnung. Kehre einfach mit den Augen zur Flamme zurück. Sie wird zu deinem Anker, so wie sonst der Atem. Nach einigen Minuten kannst du die Augen schließen und das Nachbild der Flamme beobachten.
Schon fünf Minuten am Abend helfen, den Tag abzuschließen. Die Kerzenmeditation braucht wenig Vorbereitung und wirkt dennoch tief, weil sie Sehen, Atmen und stilles Verweilen verbindet. Lösche die Kerze am Ende bewusst und nimm die Ruhe mit.